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Was ist Potenzierung und wie funktioniert sie ?
Bei den homöopathischen Arzneimitteln wird zwischen D-, C- und LM- bzw Q-Potenzen unterschieden.


D-Potenzen

Die Herstellung der D-Potenzen geht auf den deutschen Arzt Dr. Constantin Hering zurück. "D" ist die lateinische Abkürzung für "dezimal" und bedeutet 10.

Die D-Potenzen werden hergestellt, indem man die Ausgangssubstanz im Verhältnis 1 : 10 mit reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und anschließend 10 x kräftig gegen den Handballen klopft. Dadurch erhält man eine "D 1". Von der "D 1" wird wieder ein Teil im Verhältnis 1 : 10 in reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und anschließend 10 x kräftig gegen den Handballen geklopft. Man erhält nun eine "D 2" usw.

Diesen Prozess, bei dem gleichzeitig Materie reduziert und kinetische Energie hinzugefügt wird, nennt man in der Homöopathie Potenzierung oder Dynamisation.  Je höher die Zahl hinter dem "D" ist, desto stärker ist der Heilungsimpuls, der von dem Arzneimittel ausgeht.

Ab einer Potenzstufe von D 24 enthält das jeweilige Arzneimittel keinen nachweisbaren Wirkstoff der Ausgangssubstanz mehr, sondern nur seine reine Heilungsenergie.

Die Arzneimittelbezeichnung entsteht wie folgt:

Name der Ausgangssubstanz     Potenzart         Potenzgrad
z. B.     Calcium carbonicum          D                         30

Der Name "Calcium Carbonicum D 30" bedeutet also: Heilwirkung der Austernmuschelschale, die 30 x  wie oben beschrieben potenziert wurde.   

Die D-Potenzen sind als flüssige Lösung (Dilution), als Tabletten und als Streukügelchen (Globuli) erhältlich.

Durch den Prozess der Dynamisation können viele Stoffe ihre Heilwirkung erst entfalten. Versuche haben gezeigt, dass die Arzneien bei alleiniger Verdünnung (ohne die anschließenden Schüttelschläge) ab der D 2 kaum noch eine Heilwirkung haben.

Eine D-Potenz - egal welcher Stärke - kann nur eine Heilwirkung auf den krankhaft gestörten Organismus haben, wenn das Arzneimittel gemäß dem Grundgesetz der Homöopathie, dem Ähnlichkeitsgesetz, verordnet worden ist.

Der Begründer der Homöopathie, Dr. Samuel Hahnemann, hat allerdings keine D-Potenzen benutzt. 
 
C-Potenzen

Die Herstellung der "C-Potenzen" geht auf den Begründer der Homöopathie, Dr. Samuel Hahnemann, zurück.

C ist das lateinische Zeichen für die Zahl 100.

Die C-Potenzen werden hergestellt, indem man zuerst den Ausgangsstoff im Verhältnis 1 : 100 mit reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und anschließend 100 x gegen den Handballen klopft. Dadurch enthält man eine C 1-Potenz. Ein Teil der C 1-Potenz wird wiederum im Verhältnis 1:100 mit reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und anschließend 100 x gegen den Handballen geklopft. Man erhält somit eine C 2-Potenz. Von der C 2 wird wiederum ein Teil im Verhältnis 1: 100 verdünnt und 100 x gegen den Handballen geklopft. Es entsteht eine C 3 usw.

Diesen Prozess, bei dem gleichzeitig Materie reduziert und kinetische Energie hinzugefügt wird, nennt man in der Homöopathie Potenzierung oder Dynamisation. Je höher die Zahl hinter dem C ist, desto stärker ist der Heilungsimpuls, der von dem Arzneimittel ausgeht. Ab einer Potenzstufe von C 12 enthält das Arzneimittel keinen nachweisbaren Wirkstoff der Ausgangssubstanz mehr, sondern nur seine reine Heilungsenergie.

Heute sind meines Wissens Potenzen bis zu C 1.000.000 erhältlich.

Stoffe, die nicht im Wasser oder Alkohol lösbar sind, werden eine Zeit lang mit Milchzucker verrieben und anschließend potenziert. Nach einigen Jahren der Arzneimittelherstellung ging Hahnemann dazu über, jedes Arzneimittel mit Milchzucker zu verreiben und anschließend zu potenzieren, da diese Arzneimittel seiner Erfahrung nach mehr Heilkraft besaßen.

Die Arzneimittelbezeichnung entsteht wie folgt:

Name der Ausgangssubstanz    Potenzart      Potenzgrad
z.B. Calcium carbonicum                    C                   30

Der Name "Calcium carbonicum C 30" bedeutet also: Heilwirkung der Austernmuschelschale, die 30 x wie oben beschrieben potenziert wurde.   

Bei dem beschriebenen Herstellungsverfahren nach Hahnemann wird für jede neue Potenzstufe ein neues sauberes Glasgefäß benutzt (Mehrglasmethode). Der Russe Korsakow ging davon aus, dass ungefähr noch ein Tropfen der Potenz im Glas übrig bleibt, nachdem man eine C 1 hergestellt und den Inhalt ausgeschüttet hat. Er verdünnte diesen Tropfen im Verhältnis 1: 100 und klopfte das Glas 100 x gegen den Handballen, wodurch eine C 2-Potenz entstand usw. Diese Methode der Herstellung wird Einglasmethode genannt. Die Potenzen, die so hergestellt werden, bekommen die Zusatzbezeichnung K für Korsakow.

"Calcium carbonicum CK 30"  bedeutet also: Heilwirkung der Austernmuschelschale, die 30 x, wie oben beschrieben, nach der Korsakow'schen Einglasmethode potenziert wurde.

Aus diesem Grunde bekommen die Potenzen, die nach der Mehrglasmethode hergestellt werden, in Italien oder Spanien die Zusatzbezeichnung H für Hahnemann.

Nach meiner Erfahrung sind die Korsakow'schen Potenzen allerdings nicht so tiefgreifend wie eine entsprechende CH-Potenz der gleichen Potenzstufe.

Die C-Potenzen sind als flüssige Lösung (Dilution), als Tabletten und als Streukügelchen (Globuli) erhältlich.

Durch den Prozess der Dynamisation können viele Stoffe ihre Heilwirkung erst entfalten. Versuche haben gezeigt, dass die Arzneien bei alleiniger Verdünnung (ohne die anschließenden Schüttelschläge) ab der C 2 kaum noch eine Heilwirkung haben.

Eine C-Potenz (egal welcher Stärke) kann nur eine Heilwirkung auf den krankhaft gestörten Organismus haben, wenn das Arzneimittel gemäß dem Grundgesetz der Homöopathie, dem Ähnlichkeitsgesetz, verordnet worden ist. 
 
Q/LM-Potenzen
 
Die Q/LM-Potenzen sind das Ergebnis jahrzehntelanger Forschungen Hahnemanns nach sanften, aber tiefgreifenden Arzneimitteln mit viel Heilkraft. Sie sind nach Hahnemanns Ansicht die besten homöopathischen Potenzen, da sie auch täglich oder in schweren Fällen sogar mehrmals täglich eingenommen werden können.

Die Q/LM-Potenzen werden hergestellt, indem man die Ausgangssubstanz eine bestimmte Zeit lang mit Milchzucker verreibt und anschließend im Verhältnis 1: 100 in reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und die Verdünnung  100 x gegen den Handballen klopft. Dadurch enthält man eine C 1-Potenz. Ein Teil der C 1 wird wiederum im Verhältnis 1:100 mit reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und anschließend 100 x gegen den Handballen geklopft. Man erhält somit eine C 2. Von der C 2 wird wiederum ein Teil im Verhältnis 1: 100 verdünnt und 100 x gegen den Handballen geklopft. Es entsteht eine C 3. Von der C 3-Potenz wird 1 Tropfen auf 500 Tropfen Wasser aufgelöst und 100 x gegen den Handballen geklopft. Von dieser Lösung wird 1 Tropfen auf ca. 50 Streukügelchen (Globuli) aufgetragen und getrocknet. Danach löst man ein Streukügelchen im Verhältnis 1 : 100 in reinem Wasser oder Alkohol auf und klopft es anschließend 100 x gegen den Handballen. Es entsteht eine  Q/LM 1-Potenz. Von der Q/LM 1 wird wiederum 1 Tropfen auf 500 Tropfen Wasser aufgelöst und 100 x gegen den Handballen geklopft; davon wird 1 Tropfen auf ca. 50 Streukügelchen (Globuli) aufgetragen und getrocknet. Danach wird ein Streukügelchen im Verhältnis 1 : 100 in reinem Wasser oder Alkohol gelöst und anschließend 100 x gegen den Handballen geklopft. Es entsteht eine  Q/LM 2-Potenz usw.

Das reine Verdünnungsverhältnis bei der Herstellung der LM 1 beträgt 1 : 50 000.
Aus diesem Grund werden die Potenzen – je nach Hersteller – Q (= Quinticimal) oder LM (= lat. Zahlenzeichen für 50.000) genannt. Die Firmen Arcana und DHU (= Deutsche Homöopathische Union) bezeichnen die Potenzen als LM-Potenzen. Die Firmen Dr. Zinsser und Gudjons nennen sie Q-Potenzen.

                                                           
Die Arzneimittelbezeichnung auf dem Fläschchen kann also je nach Hersteller variieren zwischen z.B.

"Calcium carbonicum 18. LM" (bei Fa. Arcana),

"Calcium carbonicum Q XVIII" (bei DHU und Gudjons) und

"Calcium carbonicum Q/ LM XVIII" (bei Dr. Zinsser).

Jedes dieser Fläschchen enthält jedoch die gleiche Heilenergie der Austernmuschelschale, die 18 x nach oben beschriebenen Verfahren hergestellt worden ist.

 
Die Q/LM-Potenzen sind als Flüssigkeit (Dilution) und als Streukügelchen (Globuli) erhältlich. Meines Wissens stellen die Firmen Dr. Zinsser und Gudjons  Q/LM-Potenzen bis zur Potenz LM 90 her. Die Firma Arcana produziert Q/LM-Potenzen, in Abhängigkeit vom jeweiligen Arzneimittel, bis zur LM 500.  
 
 
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