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15.03.07: Das neue Pharma-Wunder ?
von Dr. med. Sybille
Freund
Laut Zeitungs-, Radio- und Fernsehmeldungen haben wir endlich
ein Mittel gegen Krebs gefunden! Eine Impfung gegen
Gebärmutterhalskrebs!
Stimmt das?
Bislang wird angenommen, dass HPV-Viren, die Genitalwarzen
auslösen und durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, auch
Gebärmutterhalskrebs auslösen können (ein eindeutiger Beweis
dafür liegt noch nicht vor).
Gardasil (so der Name des Mittels
des amerikanischen Herstellers Merck Pharma)
wird nun als Impfstoff gegen die HPV-Viren (und damit auch gegen
Gebärmutterhalskrebs)
propagiert. Es wurde von der Europäischen Arzneimittelagentur
EMEA aufgrund
von vier Studien zugelassen. Merkwürdig ist aber zunächst, dass
von diesen
Studien bislang nur Auszüge veröffentlicht wurden. Schaut man
sich diese Auszüge
näher an, stößt man auf weitere Merkwürdigkeiten: eine Gruppe von
Testpersonen
wurde mit Gardasil geimpft, eine zweite erhielt zur Kontrolle
ein Placebo-Mittel.
Zwar bildeten sich nach der Impfung bei der Gardasilgruppe
deutlich weniger Warzen
als in der Placebogruppe. An Krebs erkrankte allerdings bisher
keine einzige Testperson,
egal in welcher Gruppe. Man kann also zum jetzigen Zeitpunkt
noch nicht sagen,
ob diese Impfung schützen kann. Möglicherweise
bildet sie sogar ein Einfallstor fürfolgenschwere Entwicklungen.
Bislang nimmt man an, dass 13 HPV-Viren Gebärmutterhalskrebs
auslösen können. Gegen vier davon soll die Impfung immunisieren. In
der Medizin kennt man jedoch das Phänomen, dass ein Impfschutz gegen den einen Erreger dem anderen erst den Raum zum Ausbruch verschaffen kann.
Auch Gardasil bekämpft nur vier der 13 HPV-Viren. So kann
es passieren, dass Viren aus der Gruppe der übrigen neun
den Raum der vier bekämpften einnehmen. Handelt es
sich um „Hochrisikoviren“ bezüglich Gebärmutterhalskrebs,
könnten diese nun ungehindert schalten und walten
und zu weit schlimmeren Erkrankungen führen. Gerade
von den Viren Nr. 6 und 11, gegen die geimpft wird, nimmt
man an, dass sie agressivere „Kollegen“ am Ausbruch hindern.
Zudem ist noch nicht geklärt, wie lange der Impfschutz
überhaupt anhält. Die Viruserkrankung droht bei älteren
Frauen eher chronisch zu werden als bei jungen Frauen,
wo sie oft folgenlos ausheilen kann. Daher könnte die
Verschiebung
des Erkrankungszeitpunktes ins höhere Alter sogar
zu einer Häufung des Gebärmutterhalskrebses dieser
Altersgruppe führen.
Ein weiteres Problem dürfte sein, dass die Motivation, zu
Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, sinken wird (“Ich bin
ja geimpft!“).
Diese und andere noch offene Fragen lassen Vorsicht in Sachen
Gardasil und ähnlichen Impfstoffen angeraten sein.
Erst wenn die Wirksamkeit tatsächlich erwiesen ist und die
Nebenwirkungen und Folgen der Impfung umfassend bekannt
sind, ist ein zuverlässiges Urteil über Impfungen gegen
Gebärmutterhalskrebs möglich. Bis dahin bleibt der
beste Schutz gegen eine HPV-Infektion die Verwendung
von Kondomen.
Quelle Gardasil:
Wundermittel oder Mogelpackung?
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